des Magiers Träume

14. Februar 2015

Mhyrgard, ein Berg, der einsam am Rande der Sturmberge thronte, um den sich viele Mythen rankten. Neben der Magierfest war Mhyrgard das Wahrzeichen Schattenfalls.
„Gut…“ setzte Adoran die Unterhaltung fort. „Und wer seid ihr?“
„Ich bin Darios. Und das ist meine kleine Schwester Larya.“
„Was ist euer Ziel.“
Als Larya den Mund aufmachen wollte, kam ihr Darios zuvor.
„Rotheim. Wir hofften, dort ein neues Leben aufzubauen.“
„Das haben viele gehofft“, sagte Adoran und spähte immer wieder in Richtung des Schattenpasses.

„Euer Dorf war nicht das einzige, dass von den Formosi überfallen wurde. Täglich kommen Flüchtlinge von überall her. Rotheim ist überfüllt und hat keinen Platz für euch. Ich habe die Aufgabe, niemanden durchzulassen.“
„Was bedeutet das?“ sagte Darios. Seine rauhe Stimme wurde lauter. Adoran antwortete.
Sein Blick blieb lange auf dem Schattenpass hängen.
„Das bedeutet, dass ich niemanden durchlassen kann. Ihr müsst umkehren.“
Dann schaltete sich Larya in das Gespräch ein.
„Sehen wir aus, als ob wir eine Gefahr wären? Tragen wir Fellrüstungen und stinken nach Wüste? Wir haben zwei ganze Tage nicht geschlafen und nur sehr wenig gegessen. Wir brauchen dringend eine sichere Unterkunft. Wenn ihr uns jetzt wieder wegschickt, werden wir sterben. Wollt ihr das? Wollt ihr für den Tod eines armen kleinen Mädchens verantwortlich sein?“

Der Hauptmann erschrak, als sie zu sprechen anfing. Anscheinend hatte er Laryas junges Aussehen unterschätzt. Sie war weitaus schlauer, als ihr Aussehen es vermuten ließ.

Er blickte zu seinen Männern, die schweigend wie angewurzelt da standen und überlegte. Seine eigene Tochter war kaum älter, als dieses wackere Mädchen. Sie mussten einiges durchgemacht haben. Beide sahen sie total erschöpft aus.
Darios kippte fast aus den Latschen, so müde war er. Und Larya hielt sich die Hand und stand fast nur noch auf einem Bein.
Dann wendete Adoran sich wieder den Geschwistern zu.
„In Ordnung. Ihr werdet in unserem Lager Verpflegung und ein Bett bekommen. Dann wird entschieden, was mit euch geschehen wird. Hasaren, Tarad! Ihr bleibt hier und bewacht den Pass. Beim ersten Anzeichen von Gefahr benutzt ihr euer Horn.“

Das Lager, nur einige hundert Meter abseits des Weges entfernt, beherbergte lediglich einige Zelte und eine mickrige Feuerstelle, sonst nichts.
Sofort schürte einer der Soldaten ein kleines Feuer.
Ein anderer holte einen Topf Kartoffelsuppe aus dem Lagerzelt und erwärmte es über dem Feuer. Darios wollte sie am liebsten schon kalt essen. Sein ganzer Bauch knurrte. In letzter Sekunde konnte er sich beherrschen und wartete wie seine Schwester, bis die Suppe fast kochte. Dann erst stürzten sich beide drauf. Das beste Essen der Welt, fand Darios.

Eine Weile saßen sie noch zu zweit am Feuer und schwiegen.
Sie hatten es geschafft. Sie waren vorerst in Sicherheit. Vor dem Hauptmann hatten sie nichts zu befürchten. Larya sah in seinen Augen, dass er vertrauenswürdig war.
Doch ganz in Sicherheit waren sie nicht.
Die Hörner der zwei Soldaten, die zurückgeblieben waren, waren ihre größte Angst. Sie wollte am besten gar nicht wissen, wie sie sich anhörten.

Als die Sonne den Zenit erreichte, wurde Darios so müde, dass er in eines der Zelte verschwand und sich schlafen legte.
Larya hingegen saß noch am Lagerfeuer und blickte hinein.
Die Flammen loderten wild umher und ließen die Holzscheitel knacken. Die Glut unter den Scheiteln ließ sie erschaudern. Sie musste an den schwarzen Magier denken.
Und an seine Gabe, andere zu verbrennen.
Wie die Drachen damals.

Dann musste sie an ihren letzten Traum denken. So intensiv hatte sie noch nie geträumt.
Das darf nicht passieren. Es darf einfach nicht passieren.
Sorgenfalten machten sich über ihrem Gesicht breit.
Aber es wird passieren… niemand kann die Zukunft ändern… nicht einmal die, die sie sehen können. Aber…noch schlimmer ist… warum passiert es?

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1 Kommentar
Cassandra
15. Februar 2015 @ 6:22

Eine sehr tolle Geschichte.
Das Ende ist sehr spannend geschrieben und macht Lust auf mehr.

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