des Magiers Träume

14. Februar 2015

Währenddessen hockten Hasaren und Tarad schweigend hinter einem der vielen Felsen und hielten ihre Hörner griffbereit. Immer wieder blickte Tarad nach Norden, in der Hoffnung, sein Heimatdorf Mynerstatt zu sehen. Doch es war zu weit entfernt. Außerdem verdeckten die Berge seine Sicht.
Einige Wochen, bevor er einberufen wurde, hatte er sich endlich getraut, seine große Liebe anzusprechen.
Schon ihr Name erwärmte sein Herz.
Katjana.
Da er oft für den Wachdienst eingeteilt wurde, hatte er viel Zeit, um an Katjana zu denken.
Seit seiner Kindheit waren sie Nachbarn gewesen und hatten doch nie miteinander geredet. Nachdem Katjanas Vater gestorben war, hatte er sich entschlossen, ihr sein Beileid auszudrücken und das erste Mal mit ihr zu reden. Mit Erfolg.
Beide verstanden sich auf Anhieb prächtig und verbrachten von nun an jeden Tag miteinander. Die Nachricht zur Einberufung in die Armee kam dann unerwartet.
Tarad war am Boden zerstört, Katjana ging es nicht anders.
Nun musste er noch zwei Jahre hier auf Patrouille gehen und sich hinter Felsen verstecken. Er hatte sich fest vorgenommen, sie bei seiner Rückkehr ehelichen zu wollen.
Doch dazu musste er die Sache hier überleben.

Er schaute hinüber zu Hasaren, der sein Horn anstarrte.
Als Hasaren die Blicke Tarads bemerkte, fragte er.
„Sag mal, was ist das eigentlich für Holz?“
Lustlos antwortete Tarad. „Keine Ahnung.“
„Und wie macht so ein kleines Stück Holz so viel Lärm?“
„Keine Ahnung.“
„Hast du überhaupt von etwas eine Ahnung?“
„Keine Ahnung.“
„Ja, das dacht ich mir schon. Hast du noch was zu essen dabei?“
„Wo ist deins denn?“
„Vergessen. Ich dachte nicht, dass ich hierbleiben würde.“
Tarad schaute genervt um sich und machte eine fragende Handbewegung.
„Siehst du hier irgendwo eine Tasche?“
„Nein.“
„Dann hab ich auch kein Essen dabei. Wir werden wohl abwarten müssen, bis uns jemand ablöst. So lange kann es ja nicht mehr dauern.“

Plötzlich ertönte eine tiefe Stimme von hinter dem Felsen.

„Kann ich euch vielleicht ablösen?“

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1 Kommentar
Cassandra
15. Februar 2015 @ 6:22

Eine sehr tolle Geschichte.
Das Ende ist sehr spannend geschrieben und macht Lust auf mehr.

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