des Magiers Träume

14. Februar 2015

Während Adryan wie wild Feuerbälle umherwarf, hatte Adoran aus einiger Entfernung seinen Bogen gespannt und schoss einen Pfeil nach dem Anderen, wobei viele ihr Ziel verfehlten oder auf Schilde trafen.
Mynack wirbelte mit seiner Angst umher, wie ein Berserker. Diejenigen, die er traf, flogen meterweit und prallten mit voller Wucht gegen die Felswände.
Als Adoran dies sah, spannte er einen Pfeil und konzentrierte sich mehr denn je.

Er atmete tief durch. Dann schoss er. Das tiefe Einatmen hatte sich gelohnt. Der Pfeil bohrte sich tief durch Mynacks Hinterkopf. Dieser blieb erst eine Weile stehen und schaute ungläubig um sich. Dann griff er nach dem Pfeil und mit einem Ruck zog er ihn heraus. Adoran konnte seinen Augen kaum glauben. Als der kräftige Bulle zum nächsten Hieb ausholen wollte, fiel er schliesslich nach hinten und prallte leblos auf den harten Steinboden.

Währenddessen versuchte Darios, das Stachelbrett anzuheben, um seine Schwester zu befreien. Die Schlacht interessierte ihn nicht. Er wollte sie nur in Sicherheit bringen.
Das Brett war zu schwer.
Es war noch mit schwerem Metall befestigt.
Ab und zu verfehlten ihn nur knapp einige Pfeile, doch die Pfeile waren ihm egal.
Mit aller Kraft versuchte er noch einmal, das Brett anzuheben und musste dabei schreien.
Komm schon. Ich darf nicht wieder versagen. Nicht bei meiner Schwester. KOMM SCHON!
Endlich konnte er es anheben.
Larya robbte vor und schrie auf vor Schmerzen.
Noch nie zuvor hatte sie solche Schmerzen verspürt. Der Stachel hatte sogar ihren Knochen zertrümmert. Laufen schien ihr unmöglich.
Dann kam Darios angerannt und wollte sie auf die Schulter nehmen, als sich ein kräftiger kleiner Formosi mit Gesichtstätowierungen, ihm in den Weg stellte: Zylayn.
Darios erkannte ihn.

Er war es.
Er hatte die Mutter der Beiden brutal abgeschlachtet.
Darios sah Rot. Wütend und mit aller Kraft, die ihm noch blieb, rannte Darios auf ihn zu und rammte ihn.
Zylayn, überrascht von der Kraft dieses Jungen, fiel hinterrücks auf den Boden, Darios sprang auf ihn und schlug wutentbrannt in sein Gesicht ein.
Schlag auf Schlag folgte.
Zylayn wusste weder ein noch aus, konnte sich nicht wehren.
Sein Gesicht tat immer mehr weh und Blut strömte überall heraus, doch Darios schlug immer weiter zu. Seine Hände fingen an, zu glühen. Ab und zu knackte es, aber der wild gewordene Junge hörte es nicht.
Er hörte nichts mehr.
Er sah nichts mehr. Die Wut hatte ihn voll im Griff.
Eine Wut, die er vorher nicht kannte.

Adryan hingegen hatte nun Larya im Blick.
Schnell rannte er in ihre Richtung.
Er wollte sie in Sicherheit bringen.

Er brauchte sie noch. Er brauchte beide…

Sie war Hellseherin. All die Jahre hatten die schwarzen Magier eine Hellseherin gesucht, um ein drohendes Unheil abzuwenden.
Ein Unheil, dass vielleicht die ganze Welt verändern würde. Die Magiergilde hatte davon keine Ahnung. Bei den Erzmagiern vergangener Zeiten stießen sie auf taube Ohren. Dieser Krieg hatte weit mehr Gründe, als nur die Freiheit der Formosi…

Larya sah, wie der schwarze Magier auf sie zustürmte. Sie versuchte, aufzustehen, doch ihr Bein schmerzte zu sehr. Sie versuchte es wieder, doch vergebens.
Wenn sie doch nur zu Adoran käme, wäre sie fürs erste in Sicherheit.
Adryan war nur noch einige Meter von ihr entfernt.
Seine volle Konzentration galt nur noch ihr.

Dies bemerkte auch Adoran.
Er spannte seinen Bogen und zielte auf den heranstürmenden schwarzen Magier.
Keine Zeit, sich eine ruhige Sekunde zu gönnen, um aufzuatmen.
Er ließ die Sehne los, sein Pfeil flog.
In diesem Augenblick schaffte Larya es, aufzustehen.
Der Pfeil flog.
Erfreut über ihren Erfolg musste sie leicht grinsen.
Er flog immer weiter.
Adryan brauchte nur noch wenige Meter, um zu dem Mädchen zu gelangen,
als er den Pfeil erblickte.
Alles spielte sich nun in Zeitlupe ab.
Er wusste, wo der Pfeil auftreffen würde.
Das erste Mal seit langer Zeit verspürte er Angst, richtige Angst.
Diese spiegelte sich in seinem Gesichtsausdruck wider.
Das Mädchen… nein!
Darios konnte endlich seine Wut bändigen.
Er merkte, dass etwas nicht stimmte.
Langsam drehte er sich zu Larya um, die nun aufrecht stand und in sich hinein grinste.
Dann sah er Adryan, wie er nur wenige Meter vor ihr stehen blieb und schockiert auf eine Stelle vor Larya starrte.
Erst jetzt bemerkte Darios den Gegenstand, der auf Larya zuflog.
NEIN!

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1 Kommentar
Cassandra
15. Februar 2015 @ 6:22

Eine sehr tolle Geschichte.
Das Ende ist sehr spannend geschrieben und macht Lust auf mehr.

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