des Magiers Träume

14. Februar 2015

Die Sonne schien schon früh am Morgen.
Erschöpft von der Rennerei legten Darios und Larya eine Rast ein und ließen sich auf das Gras fallen. Sie befanden sich nun auf einer weiten Wiese. In einiger Entfernung sah man schon die Berge, dessen Spitzen von Wolken bedeckt waren.
„Schau,“ fing Darios an, während er mit der Hand in Richtung der Berge zeigte. „Da sind die Drachenberge. Wenn wir die erreicht haben, sind wir vorerst sicher.“
Doch Larya interessierte das nicht. Sie war noch erschöpft von der Flucht aus dem Wald und ihre Hand pochte.
Außerdem musste sie die ganze Zeit über etwas anderes nachdenken.
„Was ist mit dir?“ fragte Darios, als er bemerkte, dass mit Larya etwas nicht stimmte.
„Ich hatte die Nacht wieder so einen Traum.“
Besorgt richtete Darios sich auf.
„Einen Traum? Wie der Traum…“
„Ja, wie der Traum, den ich kurz vor der Plünderung von Dalynos hatte.“
„Und…was hast du gesehen?“
„Ich..ich stand auf einem Berg und sah von weitem eine Festung mit Zehn Türmen, die in einen Berg gebaut war. Nur die Türme ragten heraus. Und ein Tor. Ein riesiges Tor. Ich wartete. Auf irgendetwas, dass mir nicht bewusst war, wartete ich. dann gab es einen lauten Knall und grelles Licht blendete mich. Das Licht kam von der Festung auf mich zu.
Es verschluckte alles auf seinem Weg.
Berge, Täler, Wälder, einfach alles. Es war schrecklich. Ich konnte mich nicht bewegen und das Licht verschlang schließlich auch mich. Dann hast du mich geweckt.“
Dass sie in dem Traum nackt gewesen war, verschwieg sie.
Dies war ihr zu peinlich.
„Du hast die Magierfeste gesehen.“
„Ich weiß. Die kam mir auch in den Sinn. Aber was wäre, wenn…“
Sie stockte. Anscheinend traute sie sich nicht, ihre Gedanken laut auszusprechen.
Darios beendete ihren Satz.
„Wenn das etwas mit dir zu tun hat?“
„Ja. Ich meine, wir sind ja auf den Weg dorthin, um mich zur Magierin zu machen. Ich habe Angst, dass ich für das schuld sein werde, was auch immer dort geschehen wird. Vielleicht wäre es besser, nicht dorthin zu gehen.“
„Nein“ sagte Darios entschlossen. „Du musst dorthin gehen. In dir steckt Magie. Du musst deine Träume kontrollieren können. Oder willst du jede Nacht von schlimmen Dingen träumen? Hellseherinnen werden verrückt, wenn sie keine Kontrolle über ihre Träume haben.“
„Aber…“
„In dem Traum standest du auf einem Berg, oder? Weit weg von der Magierfeste. Vielleicht ein Zeichen, dass du nichts mit diesem Licht zu tun hattest. Bei der Plünderung unseres Dorfes warst du doch auch nicht schuld und hast trotzdem davon geträumt.“
Nun legte er ein sanftmütiges Lächeln auf, um sie zu beruhigen.
„ Du wirst dich den Magiern anschließen und eine hervorragende Hellseherin werden. Ich werde mich in Rotheim niederlassen, Arbeit finden und dich oft besuchen kommen.“
Das erste Mal seit der Flucht grinste Larya nun wieder und ihre blauen Augen strahlten.

„Ist gut…“
Aber ganz vergessen konnte sie den Traum nicht. Irgendetwas war da im Gange. Darios hatte Recht. Sie war auf einem Berg, das war ein Zeichen, dass sie nichts damit zu tun haben konnte, sondern einfach nur stille Zuschauerin war. Aber wieso war sie nicht da?
Im Traum war es Winter, zu der Zeit müsste sie schon lange dort angekommen sein.

Darios nahm seinen Rucksack und holte ein Laib Brot heraus.
„Hast du Hunger?“
Sie nickte.

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1 Kommentar
Cassandra
15. Februar 2015 @ 6:22

Eine sehr tolle Geschichte.
Das Ende ist sehr spannend geschrieben und macht Lust auf mehr.

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